HFS


HFS
HFS: Abk. für Hyperfeinstruktur.

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HFS
 
[Abk. für Hierarchical File System, dt. »hierarchisches Dateisystem«], allgemein ein hierarchisch aufgebautes Dateisystem, das Dateien in einer baumartigen logischen Struktur mit einem Stammverzeichnis an der Wurzel und verschiedenen Ebenen von Unterverzeichnissen verwaltet. Die tatsächlichen Speicherorte auf einem Datenträger oder einer Festplatte sind davon unberührt. In diesem Sinne sind alle heutigen Dateisysteme (unter Windows, Unix/Linux, Macintosh usw.) hierarchisch. Auch die Spezifikationen der ISO-Norm 9660 für CD-ROMs legen eine hierarchische Dateiverwaltung fest.
 
Im engeren Sinn ist HFS der Name des ersten hierarchisch organisierten Dateisystems im Macintosh-Betriebssystem gewesen. Während das ursprünglich verwendete MFS (Macintosh File System) nur eine Verzeichnisebene kannte, erlaubte das ab System 3.0 (MacOS) eingeführte HFS das Einrichten von Unterverzeichnissen, die hier »Folder« (dt. »(Akten)ordner«) genannt wurden. HFS-Dateinamen durften bis zu 31 Buchstaben lang sein, wobei jedes ASCII-Zeichen außer dem Doppelpunkt (»:«) erlaubt war; bei Ordnern lag die Grenze bei 27 Zeichen. Groß-/Kleinschreibung wurde ignoriert. Der Doppelpunkt diente zum Abtrennen der Ebenen eines Verzeichnispfads, also z. B. »Stammverzeichnis:erste Ebene darunter:zweite Ebene:Meine Datei«. Ähnlich wie die Abkürzung »..« unter DOS/Windows und Unix/Linux diente das Kürzel »::« zur Kennzeichnung der nächsthöheren Verzeichnisebene. Eine Bedeutung tragende Erweiterung im Sinne der Dateisysteme DOS und Windows gab es nicht, allerdings wurde sie bisweilen aus Gründen der Übersichtlichkeit bei bestimmten Programmen oder Dateinamen mitgeführt.
 
Eine wichtige und Apple-spezifische Unterscheidung ist die zwischen dem sog. Resource Fork (»Ressourcenzweig«) und Data Fork (»Datenzweig«). Jede Datei im HFS taucht gewissermaßen zweimal auf: einmal mit den eigentlichen Daten (Data Fork), und einmal mit einem Abschnitt, der alle für die Verwaltung relevanten Informationen trägt und von der Funktion her mit der Dateierweiterung unter Windows vergleichbar ist (natürlich ist diese Form der Speicherung von Metadaten wesentlich leistungsfähiger und flexibler). Diese Trennung ist der Hauptgrund für die Inkompatibilität von Windows- und Mac-Dateien: Mac-Rechner suchen auf Windows-Disketten vergeblich nach Resource-Fork-Abschnitten, Windows-Rechner können ohne registrierte Erweiterung die Mac-Dateien keiner Anwendung zuordnen.
 

Universal-Lexikon. 2012.